LG bringt das GD900 Crystal Mitte August 2009 zum Preis von 519 Euro ohne Vertrag auf den Markt. Bereits ab Mitte Juli 2009 gibt es das Mobiltelefon exklusiv für vier Wochen bei The Phone House.Die dritte Ausgabe des iPhoneOS rückt das Betriebssystem näher an die Konkurrenz. Copy Paste, eine umfassende Suche und eine Ortungsfunktion erwarten den iPhone-Nutzer. Und als Flash-Ersatz bietet es eine HTML-5-Unterstützung. Mit dem iPhoneOS 3.0 veröffentlicht Apple die dritte große Version des Betriebssystems für das iPhone. Neu hinzugekommen sind unter anderem das lang entbehrte Copy Paste, MMS-Tauglichkeit und die Möglichkeit, die Inhalte des Mobiltelefons effizient zu durchsuchen. Für den Test wurde ein iPhone 3G genutzt, das nicht mit dem neuen iPhone 3GS zu verwechseln ist, das einige zusätzliche Möglichkeiten durch veränderte Hardwarefunktionen bietet.Die Installation des neuen Betriebssystems war im Test unproblematisch und ging schnell. Das Aufspielen dauerte weniger als eine Stunde, danach funktionierte alles tadellos. Mit dem neuen Betriebssystem erschien auf dem Gerät, das zum Testen genutzt wurde, ein neues Icon für Sprachnotizen. Erfreulich: Dadurch werden die Programmseiten nicht durcheinander gewürfelt. Apple fügt einfach bei Bedarf eine neue zweite Seite für Programme ein und behält die bereits durchgeführte Sortierung der Programme bei.

Eines der größten Ärgernisse des iPhones waren bislang fehlende Austauschmöglichkeiten zwischen den Anwendungen. Wer eine Telefonnummer aus einer Webseite herauskopieren und in einen Kontakt einpflegen wollte, konnte das nicht direkt tun. Das Ausschneiden, Kopieren und Einfügen von Inhalten ist jetzt kein Problem mehr und funktioniert auch anwendungsübergreifend, wie Anwender es sich lange gewünscht haben.Kopieren und Einfügen funktioniert bei SMS, Safari, Mail oder den Notizen jeweils im Detail etwas anders. Wenn der Anwender Text aus Safari herauskopieren will, wird etwa der Finger auf der Webseite so lange gehalten, bis die Lupe erscheint. Mit dieser Lupe wählt der Anwender eine Stelle aus, die dann gleich markiert wird. Das System ist dabei intelligent genug gleich das ganze Wort auszuwählen und einen kleinen Kopier-Knopf darüber zu platzieren. Wer will kann den Anfang und das Ende der Marierung anpassen. Auch hier hilft eine Lupe weiter um die Markierungen präzise zu setzen. Das Einfügen des herauskopierten Texts funktioniert ähnlich. Ach hier wird die Lupe aufgerufen und die Stelle ausgesucht, in welche der Text hineinkopiert werden soll. Texte lassen sich auch noch weiter mit der Zwischenablage bearbeiten.

Die Nutzung geht nach etwas Eingewöhnung locker von der Hand. Manchmal braucht das iPhone allerdings eine kleine Denkpause, bis die Kopier- oder Einfügenfunktion zur Verfügung steht.Anwendungen von Drittanbietern, die die neuen Funktionen nutzen wollen, brauchen allerdings ein Update. Die Neuerungen stehen also nicht einfach überall zur Verfügung.Besonders gut gefällt die integrierte Suchfunktion des iPhoneOS 3.0, die Apples Spotlight ähnelt. An die Suche kommt der Anwender auf zwei Arten heran. Entweder er drückt auf dem Startbildschirm noch einmal kurz die Haupttaste des iPhones, oder er bewegt sich mit dem Finger auf eine Seite, die noch vor dem eigentlichen Startbildschirm liegt.Hier findet die Suche drei Anwendungen und eine Mail, noch bevor der Suchbegriff vollständig ist. Hier findet die Suche drei Anwendungen und eine Mail, noch bevor der Suchbegriff vollständig ist. Die Suche kann nicht im Querformat genutzt werden, obwohl Apple mit der neuen Version des Betriebssystems das Querformat in mehr Programmen unterstützt als vorher. Nach Inhalten suchen ist also nur mit der kleinen Bildschirmtastatur möglich, was sehr gut funktioniert. Schon nach Eingabe weniger Buchstaben präsentiert das iPhone die ersten Ergebnisse, so wie es Mac-Anwender bereits von ihrem Betriebssystem kennen.

Durchsucht werden nicht nur Programme, sondern auch Inhalte aus E-Mails, Kontakten, Podcasts, Musik oder Kalendereinträgen. Einen Nachteil gibt es allerdings: SMS werden nicht durchsucht. Wer will, kann die Suchergebnisse auch einschränken und die Priorität bestimmen. Es ist etwa möglich, bei der Suche immer die Ergebnisse der Notizen als erstes zu bekommen und das Durchsuchen von Hörbüchern auszuschließen.Bei der Mail-Applikation ist besonders interessant, dass das iPhone sogar eine echte IMAP-Suche auf dem Server unterstützt. Das ist praktisch, weil dann nicht alle E-Mails auf dem iPhone vorgehalten werden müssen. Der Server ist mit Suchanfragen, gerade bei großen Postfächern, ohnehin schneller. Nutzer eines POP3-Kontos haben diesen Vorteil natürlich nicht.Gerade bei einem Mobiltelefon, das häufiger in anderen Händen ist, birgt das ähnliche Probleme wie schon unter MacOS X. Die Suche ist so gut, dass sich schnell und gezielt nach Inhalten suchen lässt, die für andere Personen möglicherweise nicht bestimmt sind.

Wer sein Handy häufiger verlegt oder es gar verliert, dürfte sich vor allem über die GPS-basierte Ortung des Handys freuen. Ist der Vibrationsalarm aktiv, bringt es wenig, ein verlegtes iPhone anzurufen. Hier hilft die Ortung und könnte verhindern, dass die Morgenlaune verdorben wird, nur weil das iPhone unters Bett gerutscht ist. Wer sein Mobiltelefon im Bus liegen lässt oder es sich klauen lässt, hat jetzt zumindest eine Chance, das Gerät wieder zu bekommen.Für die Funktion “Find my iPhone”, die im Deutschen “Mein iPhone suchen” heißt, bedarf es zwingend eines kostenpflichtigen MobileMe-Zugangs. Nachdem die Option im iPhone freigeschaltet wurde, kann der Anwender von jedem Ort, der mit einem Internetzugang ausgestattet ist, sein iPhone lokalisieren. Der Ort wird recht präzise auf einer Karte gezeigt. Wird das iPhone lokalisiert, wird das auf dem Mobiltelefon allerdings nicht angezeigt.Es empfiehlt sich also, das MobileMe-Passwort sicher zu verwahren, damit kein anderer auf die Idee kommt, unbemerkt eine GPS-basierte Verfolgung aufzunehmen. Insbesondere das Thema soziale Kontrolle durch den Lebenspartner könnte eine Rolle spielen, wenn der Partner misstrauisch wird und Zugriff auf das möglicherweise gemeinsam genutzte MobileMe-Konto hat. Dann ist es ein Leichtes, die aktuelle Position des iPhones herauszufinden.

Neben der Lokalisierung hat der Anwender noch drei weitere Möglichkeiten, mit einem verloren gegangenen Gerät umzugehen: Er kann dem Mobiltelefon eine 160-Zeichen-Nachricht schicken, die dort als wichtige Nachricht erscheint, um einem potenziellen Finder etwa eine Belohnung zu versprechen. Diese Nachricht lässt sich, das ist die zweite Möglichkeit, mit einem zwei Minuten andauernden Alarm unterlegen. Die Nachrichten sind auch sichtbar, wenn gerade eine Anwendung offen ist.Die dritte Möglichkeit und das wirklich letzte Mittel ist das Absetzen eines Löschkommandos, welches die Daten des iPhones komplett löscht. Wer sich sicher ist, dass er das Handy nicht mehr findet, soll somit alle Daten löschen können, sofern das Mobiltelefon noch in Kommunikationsreichweite ist. Bei erfolgreicher Löschung soll das iPhone eine letzte Nachricht zur Bestätigung der Löschung übermitteln. Beim Test wurde das allerdings nicht ausprobiert. Wird es wider erwarten doch gefunden, kann der Anwender die Daten über ein Backup wiederherstellen, das in der Regel automatisch beim Synchronisieren durchgeführt wird.

Wer will, kann MobileMe und damit “Mein iPhone suchen” mit einem kostenfreien 60-Tage-Testzugang ausprobieren. Die Angabe einer Kreditkartennummer ist allerdings zwingend notwendig und wer vergisst, den Testzugang zu kündigen, ist nach 60 Tagen 80 Euro los. Das Abonnement startet nach dem Testzeitraum automatisch. Eine abgespeckte Variante von MobileMe wäre wünschenswert. Viele Anwender haben das Angebot von MobileMe schon über andere Dienste abgedeckt und damit nur Interesse an der Ortungsfunktion.Natürlich lässt sich “Mein iPhone suchen” durchaus aushebeln, vor allem, wenn der Anwender sein Gerät nicht mit einem Passwort schützt und damit für einen Dieb alle Einstellungen offen liegen. Mit einem Kennwort lässt sich beispielsweise der 2-Minuten-Alarm, der auch im Vibrationsmodus funktioniert, nicht einfach wegdrücken. Schade ist, dass das iPhone keine detaillierte Rechteverwaltung wie ein Computer besitzt. Es wäre beispielsweise praktisch, wenn nur die Systemeinstellungen und andere sensitive Daten von einem Passwort geschützt wären. Denn viele Anwender werden aus Bequemlichkeit kein Passwort setzen, weil es zu häufig abgefragt wird.

Wenn der Dieb auf die Idee kommt, die SIM-Karte herauszunehmen, ist das iPhone übrigens immer noch auffindbar, da die Kommunikation über WLAN weiterhin möglich ist. Das setzt aber voraus, dass die WLAN-Funktion und die Push-Funkion des iPhone immer aktiviert sind. Wer viele öffentliche Hotspots nutzt, erhöht so seine Chancen, das Mobiltelefon wiederzubekommen. Einzig nach dem Abschalten des Geräts kann der Dieb sich sicher sein, dass er nicht gefunden wird. Nach dem Einschalten des iPhones besteht für ihn durchaus wieder die Gefahr, dass die Geräteortung gelingt oder das Löschkommando zum iPhone durchdringt.Eine mögliche Lösung wäre es, auch das Herunterfahren des iPhones optional mit einem Passwort zu schützen und so zumindest für einen definierbaren Zeitraum ein eingeschaltetes Handy zu gewährleisten. Der fest eingebaute Akku hat in einer solchen Situation sogar einen Vorteil, da das iPhone dann nur noch mit Werkzeug oder purer Gewalteinwirkung abschaltbar wäre. Wünschenswert wäre diese Funktion für ein späteres Softwareupdate.

Für ein solches Szenario müsste das Betriebssystem stabil genug sein, um nicht im ungünstigen Moment abzustürzen. Zumindest während des Tests lief das Betriebssystem stabil. Einem alter Fehler in der Firmware 2.2.1, mit dem es etwa in der Kombination mit der Anwendung Fahrinfo Berlin möglich war, das ganze iPhone reproduzierbar abstürzen zu lassen, war nicht mehr wiederholbar.Weitere und sehr detaillierte Informationen zu “Mein iPhone suchen” hat Apple in dem Support-Dokument TS2734 hinterlegtBeim neuen iPhoneOS wurden nicht nur Komponenten verbessert, die an einen Computer erinnern, sondern auch die wichtigen Komponenten Telefonie und Kurzmitteilungen. Sie wurden im Detail überarbeitet und einige lang vermisste Funktionen hinzugefügt. Kurzmitteilungen verschickt das iPhone jetzt auch im Hintergrund. Bei Netzproblemen oder auch bei Massenversendungen, bei denen der Versand etwas länger dauern kann, blockiert die Aktion nicht mehr das Gerät. Der Anwender kann weiterarbeiten und etwa die nächste Kurznachricht vorbereiten.

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